Vitamin D3

Das Licht der Sonne ist für alles Leben – sei es Pflanze oder Tier – unabdingbar.
Nun beginnen die sonnenarmen Monate, die bis Mitte April andauern. Vitamin D zählt zwar zu den fettlöslichen Vitaminen, die unser Körper auch speichern kann, jedoch ist die Halbwertzeit erstaunlich niedrig.
Diese beträgt nämlich nur 3 bis 4 Wochen.

Vitamin D3 kann mithilfe der Sonne selbst produziert werden, daher bezeichnen wir es auch als das Sonnenvitamin. Dieses ist eine unserer wichtigsten Gesundheitsquellen.
Die Bezeichnung Vitamin ist überholt und Vitamin D ist eher ein Hormon, welches aus Cholesterin gebildet wird.

Es kommt in verschiedenen chemischen Formen vor, da es in unserem Körper mehrere Umwandlungsschritte durchläuft, bis es letztendlich in seiner aktive Form – das Vitamin-D3 – vorliegt: das Calciferol, auch 1,25-Dihodroxy-Vitamin-D genannt.

Über die Nahrung nehmen wir hauptsächlich Vitamin D2 (Ergocalciferol) und Vitamin D3 (Colecalciferol) auf.
Vitamin D3 hauptsächlich über fetten Fisch, Vitamin D2 kommt auch in pflanzlichen Lebensmitteln vor und kann im Körper ebenfalls zu Vitamin-D3 umgewandelt werden.

Vitamin-D-Produktion mithilfe der Sonne

Hier sind verschiedene Schritte notwendig, um aus der Vorstufe – dem Cholesterin – das letztendlich aktive Calcitrol oder 1,25-OH-Vitamin-D zu synthetisieren.

Unter einem Vitamin-D-Mangel verstehen wir einen Vitamin-D3-Mangel. Vitamin D3 ist für unser Immunsystem, die Stabilität unserer Knochen und die Gesundheit jeder Zelle und jedes Organs eklatant wichtig.
Nahezu jede Zelle verfügt über Vitamin-D-Rezeptoren, über die das Vitamin als Hormon die Ausschüttung diverser Stoffe fördert. Es ist sogar für die Steuerung von über 2.000 Genen verantwortlich.
Durch die kurze Halbwertzeit des Vitamins sind in unseren Breitengraden die Vorräte also spätestens Ende Oktober, Anfang November aufgebraucht.

Vitamin D ist wichtig für:

  • Immunsystem: Ein Mangel führt zu Infektanfälligkeit, häufigen Atemwegsinfekten.
  • Nerven und Gehirn: Vitamin D3 ist wichtig für eine normale Gehirnentwicklung – das Vitamin steuert direkt Zellprozesse, schützt Nerven und Neuronen und ist an der Synthese von Neurotransmittern beteiligt.
    Erkrankungen wie Demenz, Multiple Sklerose, Depressionen, Konzentrationsstörungen und psychiatrische Erkrankungen, werden mit Vitamin D in Zusammenhang gebracht.
  • Knochen: Vitamin D3 steuert den Kalziumhaushalt und hat großen Einfluss auf unsere Knochen- und Zahngesundheit. Bei Kindern führt ein Mangel zu Rachitis – einer Knochenerkrankung, mit  Fehlbildungen und Fehlwüchsen der Knochen.
    Bei Erwachsenen führt der Mangel zu Osteomalazie (Knochenerweichung) und Osteoporose (Knochenschwund) mit erhöhtem Frakturrisiko.
  • Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Althergebracht machte man das Cholesterin für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich. Fachärzte für Kardiologe sind inzwischen anderer Meinung und der Überzeugung, dass nicht das Cholesterin, sondern eine arterielle Entzündung die Ursache für die kardiovaskulären Erkrankungen ist. Und ein Großteil dieser entzündlichen Reaktionen ist auf eine falsche Ernährung zurückzuführen und einen Vitamin-D-Mangel.  Eine Studie konnte nachweisen, dass Vitamin-D-Mangel das Risiko an einer Herzerkrankung zu sterben, signifikant erhöht.
  • Schutz vor Krebs: Mit steigendem Vitaminspiegel sinkt das Krebsrisiko und bei Krebserkrankungen werden die Überlebenschancen erhöht. Diese Erkenntnisse begannen mit der abnehmenden Zahl von Krebserkrankungen, je näher man dem Äquator – also  sonnenreichen Gegenden – kommt. Mangels pharmazeutischer Unterstützung für hinreichend große Studien, fehlen Beweise für einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Krebs. Jedoch konnten Untersuchungen mit Tiermodellen einen eindeutigen Nutzen bei verschiedensten Krebserkrankungen beweisen.

Vitamin-D-Mangel-Gebiete

Studien belegen, dass nördlich des 37. Breitengrades 70 bis 90 Prozent der Menschen unter einem Vitamin-D-Mangel leiden. Allein in Deutschland könnte eine bessere Vitamin-D-Versorgung jährlich 18.000 Leben retten, so eine weitere Studie.
Die geringe Sonneneinstrahlung (besonders in den Wintermonaten Oktober bis Mitte April) und die moderne Lebensweise sind für diesen Mangel verantwortlich. Menschen halten sich vorwiegend in geschlossenen Räumen auf und das Thema “Sonnenschutz” wird falsch verstanden.
Wussten Sie, dass Sie durch Lichtschutz-Cremes mit Sonnenschutzfaktor 8 bereits keine Eigensynthese von Vitamin D stattfinden kann? Natürlich soll die Gefahr durch schädliche Sonneneinwirkung auf unsere Haut nicht unterschätzt werden, da diese ursächlich für die Entstehung von Hautkrebs verantwortlich ist. Der übertriebene Sonnenschutz birgt nur ein weitreichendes Risiko für unsere Gesundheit.

Wie viel Vitamin D3 ist gesund?

Schenken wir der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Glauben, so müssten wir mit täglich 400 bis 800 EI (10 – 20 µg) gut versorgt sein. Unter Experten herrscht jedoch der Konsens, dass sich mit dieser Dosierung höchstens schwerste Mangelzustände vermeiden lassen.
Optimale Blutwerte dürften mit dieser Dosierung überhaupt nicht zu erreichen sein.  Die amerikanische Endocrine Society empfiehlt eine Erhaltungsdosis von täglich 1.500 – 2.000 IE (37 – 50 µg) um einem Mangel vorzubeugen. Studien konnten jedoch zeigen, dass erst bei täglich 4.000 IE (100 µg) eine Normalisierung eintritt.

Allgemeine Richtwerte empfehlen:

Anfangstherapie: 1 x 50.000 IE, anschließend 10.000 IE täglich für 4 Wochen.
Als Erhaltungstherapie über den Winter werden 3.000 – 4.000 IE empfohlen, für den Sommer 400 – 1.000 IE.
Ziel sollte ein Blutwert von mindestens 30 ng / ml, besser 40 – 50 ng / ml an 25-OH-Vitamin-D3 sein.  Kosten für eine Blutwertbestimmung bei Ihrem Arzt belaufen sich auf ca. 25,- €.
Um den Blutwert um 1 ng / ml anzuheben, sind bei einem Körpergewicht von 70 kg 10.000 IE nötig.

Vorsicht Überdosierung Vitamin D3

Da Vitamin D3 zu den fettlöslichen Vitaminen zählt, wurde lange Zeit ausdrücklich vor der möglichen Überdosierung gewarnt und das Risiko stark übertrieben. Das Risiko einer Hyperkalzamie (erhöhten Aufnahme von Kalzium), die zu einer schweren Verkalkung der Organe bis hin zum Koma führen kann, wurde deutlich übertrieben und in falschen Zusammenhang gebracht.
Heutzutage gilt die Einnahme von täglich 4.000 IE als sicher und unbedenklich.
Viele der angeblichen Nebenwirkungen beruhen auf einem Mangel an Kofaktoren wie Magnesium oder Vitamin K2, weshalb ab einer Einnahme von täglich 1.000 IE die zusätzliche Gabe dieser Stoffe empfohlen ist.

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