Arthrose – wenn Bewegung schmerzt

Immer mehr, auch junge Menschen, leiden unter Arthrose, dem Gelenkverschleiß. Erstaunlich vor allem deswegen, weil viele keine belastenden Gelenkssportarten betreiben und auch ansonsten kaum körperlich belastet waren.
Wir müssen also hinterfragen, ob die Diagnose stimmt.

Arthrose kann durch Unfälle, also Traumen und auch Überlastungen verursacht werden, jedoch auch durch langfristige Mangelernährung der Gelenkknorpelzellen.
Die Schulmedizin greift bei Verschleißerkrankungen zügig zu “Gelenksersatz”. Jährlich werden ca. 150.000 künstliche Hüftgelenke implantiert, da die Betroffenen unter schwersten Schmerzen leiden und in ihrer Beweglichkeit zunehmend eingeschränkt sind. Besonders bei den Diagnosen “Hüftgelenks-” und “Kniegelenksarthrose” sollte jedoch auch an Sehnen- und Muskelverkürzungen verkürzungen gedacht werden. Insbesondere dann, wenn diagnostischer Befund und Befinden des Patienten nicht miteinander korrelieren.

Wir verbringen durchschnittlich mehr als 11 Stunden in sitzender Haltung und tiefe Kniewinkel werden mit fortschreitendem Alter vermieden oder sogar wegen Überlastungsgefahr untersagt.
In Folge kommt es zu Verkürzungen der Muskulatur. Beugen Sie also stets vor: trainieren Sie Kniebeugen, nutzen Sie häufiger den “Schneidersitz”.

Bewegung trotz Schmerzen?

Für eine ausreichende Ernährung der Gelenkknorpelzellen ist insbesondere Bewegung wichtig. Die Knorpelschicht auf den Gelenkoberflächen ist meist nur wenige Millimeter dick, spielt jedoch die Schlüsselrolle bei der Entstehung einer Arthrose. Der Knorpel besteht aus Chondrozyten (Knorpelzellen) und elastischen Kollagenfasern, die von einer wasserbindenden Grundsubstanz umgeben sind. Die Knorpelzellen selbst sind verantwortlich für die Neubildung und Regeneration von Kollagen und  Knorpelmasse. Sie selbst sind deshalb auf die ständige Versorgung mit Wasser, Zucker und Aminosäuren durch die Gelenkflüssigkeit angewiesen, denn sie haben keine Anbindung an das Blutgefäßsystem.

Die Gelenkknorpel überziehen die Gelenkflächen der Knochen und reduzieren so die natürliche Reibung zwischen den Knochen selbst, übernehmen die Funktion eines “Stoßdämpfers” und schützen uns optimal vor Erschütterungen. Voraussetzung ist, dass der Knorpel gesund und belastbar ist.

Nährstoffe müssen aus der Gelenkflüssigkeit aufgenommen werden, welche von der Gelenkinnenhaut, die zahlreiche Blutgefäße enthält, produziert wird.. Über Diffusion gelangen Nährstoffe so zum Knorpel und Abfallstoffe werden abtransportiert. Bewegung ist deswegen so wichtig, weil durch den steten Wechsel von Druck und Entlastung eine Art “Pumpwirkung” entsteht.

Unterstützende Ernährung für Knorpelzellen

Silizium

Auf dem Speiseplan für unsere Knorpelzellen steht Silizium, die Kieselsäure, an erster Stelle.
Verzehren Sie also reichlich siliziumhaltige Lebensmittel wie Kartoffelschalen, Brennessel oder Ackerhalm. Brennessel und Ackerhalm enthalten zusätzlich Quercetin und Kämpferol. Diese sekundären Pflanzenstoffe helfen Entzündungen abzubauen.

Die Kieselerde selbst wird leider nur unzureichend resorbiert. Handelsübliche Kieselgele können vom Darm kaum verwertet werden; die Resorption liegt meist unter 1 Prozent.

Brennessel- oder Ackerhalm-Tees wirken auch?

Ja, nur muss der Tee dann mindesten 2 Stunden vor sich hin köcheln und sollte über Nacht ziehen und dann ausgepresst werden. Andernfalls wird nicht genügend Kieselsäure aus der Pflanze herausgelöst.

Glucosaminsulfat

Glucosaminsulfat fördert den Einbau von Schwefel in Knorpelstrukturen und zählt zu den Mucopolysacchariden. Es hat eine antientzündliche und schmerzstillende Wirkung. Besonders glucosaminhaltig sind Krabbenschalen und Muttermilch. Es dürfte schwierig werden, Glucosaminsulfat also über die normale Ernährung aufzunehmen.

Inzwischen existieren zahlreiche Studien, die nachweisen konnten, dass Glucosaminsulfat Schmerzen, Steifigkeit und Schwellungen in den Gelenken reduzieren kann und dabei genauso wirksam ist wie Schmerzmittel, allerdings ohne deren Nebenwirkungen zu haben.
Glucosaminsulfat ist völlig unbedenklich und sollte mindestens über einen Zeitraum von 3 bis 4 Monaten eingenommen werden.

Chondroitinsulfat

Chondroitin verleiht dem Knorpel Struktur und ermöglicht die Wasserspeicherung. Auch die Wirkung von Chondroitin wurde durch zahlreiche Studien bestätigt. Es wirkt antientzündlich, hilft die Gelenkbeweglichkeit zu verbessern und den Knorpelverlust bei Arthrose zu verlangsamen.

Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung, d. h. sie haben synergistische Effekte.

Grünlippmuschel-Extrakte

Diese enthalten ebenfalls Glucosaminsulfate. Für reines Glucosaminsulfat gibt es inzwischen jedoch weitaus mehr Studien, weshalb ich diese bevorzuge.

Hyaluronsäure-Injektionen?

Durch eine gute Versorgung mit den Hyaluronsäure-Bausteinen Glucosamin- und Chondroitinsulfat kann die Knorpelzelle selbst genügend Hyaluronsäure produzieren. Kps. oder andere Nahrungsergänzungen sind somit auch deutlich preisgünstiger als Injektionskuren mit Hyualuronsäure und bergen kein unnötiges Risiko für Gelenkinfektionen.

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Limo-Light – die unbekannte Gefahr Studien bestätigen, dass gerade das Süßungsmittel Aspartam, welches in vielen Light-Produkten enthalten ist, Leukämie und Lymphome auslösen kann. Die sogenannten “Diät-Getränke”, seien es Fruchtschorlen, Eistees oder sonstige “Sugarfree”-Produkte sollten Sie auf jeden Fall meiden. Werden Sie hellhörig, sobald Deklarierungen wie “zuckerfrei”, “Wellness” oder “Light” auf den Produkten stehen. Für Männer […]